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Für Frieden, Gewaltverzicht und Völkerverständigung
Das Helmut-Michael-Vogel-Bildungswerk
der DFG-VK Bayern

Gewaltfreie  Aktionen  gegen  nationalsozialistische Gewaltherrschaft und Besatzung

Während des zweiten Weltkrieges gab es viele Versuche, gewaltfrei und zivil Widerstand gegen die nationalsozialistische Besatzung zu leisten. Die Aktionen waren vereinzelt, unkoordiniert und ohne vorher entwickeltes Konzept. Trotzdem waren sie im Einzelfall wirkungsvoll. Sie konnten die Gewaltherrschaft nicht überwinden. Aber sie zeigen anschaulich die Möglichkeiten des gewaltfreien Widerstandes.


Gewaltfrei gegen Hitler? - Gewaltloser Widerstand gegen den Nationalsozialismus und seine Bedeutung für heute

von R. Wanie, D. Böhm, Ch. Besemer, Th. Ebert u.a. (Neufassung) , 139 Seiten, 2017, ISBN 3-930010-08-9 ,

Herausgegeben von der Werkstatt für gewaltfreie Aktion, Baden.

www.wfga.de/materialien/buecher.html

Das Dogma vom Scheitern des Pazifismus gegenüber faschistischer Gewaltherrschaft wird in diesem Buch in Frage gestellt. Dazu werden zahlreiche Beispiele erfolgreichen gewaltlosen Widerstands und ziviler Politik gegen den Nationalsozialismus vorgestellt und analysiert. Die Texte in diesem Buch rütteln an den Grundüberzeugungen mehrerer Kriegs- und Nachkriegsgenerationen. Sie wollen zur Überwindung der fatalistischen Kriegsgläubigkeit beitragen.

Hier werden die historischen Beispiele ausführlicher dargestellt., die in unserem Faltblatt kurz angerissen werden.

(Die Seitenangaben in unserem Faltblatt beziehen sich auf die Auflage von 2007)

https://www.wfga.de/startseite

Quelle für diese Broschüre, die inhaltlich nicht online digital verfügbar ist, ist das Buch von Jacques Semelin: Ohne Waffen gegen Hitler, Frankfurt/M. 1995


Weitere Quellen im Netz:


Der Widerstand der Frauen in der Rosenstraße in Berlin, 1943          

Seite auf englisch - freakhistorian.blogspot.com

Tausende Frauen demonstrierten für die Freilassung ihrer jüdischen Ehemänner aus dem Gestapo- Gefängnis. Nach 7 Tagen Dauerdemonstration wurden ca. 2000 jüdische Gefangenen entlassen. Auch wenn das sehr persönliche Anliegen dieser Frauen deren Risikobereitschaft erhöhte, boten sie dennoch dem ganzen Willkürapparat von SS und Gestapo erfolgreich die Stirn. Wäre diese Aktion anderenorts wiederholbar gewesen?

Zum Bild: Nachgestellte Szene in der Rosenstraße im Film von Margarete von Trotta.


"Widerstand!? Evangelische Christinnen und Christen im Widerstand"

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte reagiert mit dieser Internetausstellung auf die veränderten Bedingungen, unter denen sich das Erinnern und Forschen in Bezug auf die NS-Zeit heute vollzieht. Erstmals wird in einer wissenschaftlichen historischen Ausstellung das ganze Spektrum widerständigen Verhaltens von evangelischen Christinnen und Christen im Nationalsozialismus in seinen Konturen und Ambivalenzen dargestellt. Unter einem spezifisch christlichen Widerstand werden die verschiedenen Formen widerständigen Verhaltens unter Rückbezug auf die Bibel und die verbindlichen Grundwerte christlicher Überlieferung verstanden.
Gut gemachtes Internetportal: http://evangelischer-widerstand.de/


Pfarrer Martin Niemöller

Persönlicher Gefangener Hitlers, 1945 befreit             

"Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie mich holten,
gab es keinen mehr,
der protestieren konnte."

Mehr: http://martin-niemoeller-stiftung.de/


FranzJägerstätter, Kriegsdienstverweigerer http://jaegerstaetter.blogsport.de/ , 1943 hingerichtet

 


Ludwig Baumann, Deserteur , http://ludwigbaumann.de/index.html
1942 zum Tode verurteilt. Seine Todesstrafe wurde in Zuchthaus umgewandelt, mit dem Ende der Nazi- Herrschaft befreit. Mit 97 gestorben.

„Ich hatte erkannt, dass es ein verbrecherischer, völkermörderischer Krieg war.“

Als Wehrmachtsdeserteur hatte er das getan, was jeder deutsche Soldat hätte tun können, um den Vernichtungskrieg der Nazis zu beenden.

Am 3. Juni 1942 desertierte  bei Bordeaux in Frankreich.

Am Tag nach der Desertion wurde er von deutschen Grenzposten gestellt. Am 30. Juni 1942 wurde Baumann wegen „Fahnenflucht im Felde“ zum Tode verurteilt. Davon, dass die Todesstrafe in eine 12-jährige Zuchthausstrafe umgewandelt wurde, erfuhr er erst nach Monaten, die er in Todesangst in der Todeszelle eines Wehrmachtsgefängnisses verbracht hatte. Jeden Morgen rechnete er mit seiner Hinrichtung. Baumann wurde danach im KZ Esterwegen im Emsland inhaftiert und kam später in das Wehrmachtgefängnis Torgau.

Ludwig Baumann war ein unermüdlichen Kämpfer für die Rehabilitierung der Deserteure und anderer von der NS-Gerichtsbarkeit Verfolgten. Er kämpfte für die Entschädigung aller NS-Opfer. Bis zur Aufhebung der Wehrpflicht in Deutschland versuchte er an jedem Einberufungstermin, mit Einberufenen auf dem Weg in die Kaserne ins Gespräch zu kommen. Seine Botschaft lautete: „Leistet Widerstand, wenn ihr Befehle bekommt, denen ihr im zivilen Leben nicht folgen würde. Die Annahme des Bundesverdienstkreuzes hat Baumann unter anderem deshalb abgelehnt, „weil ich keinen Orden haben will, den auch ehemalige Nazis tragen“.

 


Hier ergänzen bzw recherchieren:

weitere Quellen, Forschungen, Literatur zum gewaltfreien Widerstand gegen Diktatur und Besatzung

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