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Für Frieden, Gewaltverzicht und Völkerverständigung
Das Helmut-Michael-Vogel-Bildungswerk
der DFG-VK Bayern


Der Pazifismus der Deutschen Friedensgesellschaft

gegründet 1892 von Bertha von Suttner und Albrecht Hermann Fried

Die Grundgedanken und Forderungen der Bertha von Suttner waren: Friedliche Beilegung von Streitigkeiten auf der Grundlage eines Völkerrechts; und die allgemeine Abrüstung aller Staaten.

Die Idee der friedlichen Beilegung von Streitigkeiten ist seit 1945 in der Charta der Vereinten Nationen und im Statut des Internationalen Gerichtshofes konkretisiert und in Normen gegossen.

Dem „Grundgesetz der Staatenwelt“ wurde freilich von Anfang an zuwider gehandelt - mächtige imperialistische und damals noch kolonialistische Staaten haben immer wieder ihre Militärmacht zur Durchsetzung ihrer Interessen eingesetzt.

Die Charta der Vereinten Nationen kann die mächtigen Staaten und ihre Regierungen nicht dazu bringen, das Völkerrecht zu respektieren. Es ist und bleibt die Aufgabe der BürgerInnen, ihre Regierungen zur Einhaltung des Völkerrechts und vor allem zur Berücksichtigung des Gewaltverbots in den internationalen Beziehungen zu zwingen.

Wie in den Büchern und Reden von Bertha von Suttner ist in der Charta der Vereinten Nationen der Gedanke des Rechts verbunden mit der Vorstellung einer allgemeinen Rüstungsregulierung und einer allgemeinen Abrüstung. Durch ein System der Rüstungsregulierung, so der Art. 26 UNCh, solle erreicht werden, dass möglichst wenig Ressourcen der Welt für Militär verschwendet würden.

Der Gedanke einer allgemeinen und vollständigen Abrüstung war nach dem Zweiten Weltkrieg bis Ende der fünfziger Jahre noch von großer Bedeutung. In einer Vielzahl von Tagungen und Konferenzen wurden Konzepte und Entwürfe eines Vertrages über allgemeine und vollständige Abrüstung verhandelt. Heute jedoch ist in der Realpolitik der Staatenwelt und im egoistisch und pragmatisch formierten Zeitgeist kein Platz mehr für solche Utopien.

mehr zum Thema Abrüstung: www.abruesten.de  ; www.no-militar.org



Selbstdarstellung der Deutschen Friedensgesellschaft- Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) (von 2011)

Die Deutsche Friedensgesellschaft (DFG) wurde 1892 gegründet und setzte sich ein für Frieden, Gewaltfreiheit und Völkerverständigung.

1974 entstand die DFG-VK aus dem Zusammenschluss der DFG mit der Internationale der Kriegsdienstgegner und dem Verband der Kriegsdienstverweigerer.

Die DFG-VK ist eine pazifistische Organisation.
In ihr haben sich Menschen unterschiedlicher Weltanschauungen und politischer Auffassungen zusammengeschlossen, die ihre Verantwortung für eine menschenwürdige Zukunft erkennen und ernst nehmen wollen.

Ihr Pazifismus ist entstanden aus dem menschlichen Entsetzen über die Gräuel des Krieges und aus historischer und politischer Einsicht in die Ausweglosigkeit der Versuche kriegerischer Konfliktlösung.

Er hat seinen geschichtlichen Ursprung insbesondere im Humanismus, in der bürgerlichen Friedensbewegung, der Bewegung der Kriegsdienstverweigerung und der Frage nach den gesellschaftlichen Ursachen von Krieg und Gewalt.

Die Mitglieder der DFG-VK bekennen sich zur Grundsatzerklärung der War Resisters’ International (Internationale der Kriegsdienstgegner, WRI):

„Der Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit.

Ich bin daher entschlossen, keine Art von Krieg zu unterstützen und an der Beseitigung aller Kriegsursachen mitzuarbeiten.“

Wir erachten die Verweigerung aller militärischen und nichtmilitärischen Kriegsdienste als einen konkreten Beitrag gegen den Krieg. Wir fordern die endgültige Abschaffung der Wehrpflicht. Wir setzen uns ein für ein Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung. Auch das Töten im Krieg betrachten wir als Mord. Unser Ziel ist, militärische Gewalt und Soldatentum zu ächten und aus den internationalen Beziehungen zu verbannen. Konflikte können nur gewaltfrei gelöst werden. Wir wollen die vollständige weltweite Abrüstung und treten ein für eine Bundesrepublik ohne Bundeswehr. Für uns PazifistInnen bedeutet Frieden die Verwirklichung von politischer, sozialer und ökonomischer Gerechtigkeit auf der ganzen Welt. Wir verfolgen unsere politischen Ziele mit gewaltfreien Mitteln, die die Tötung und Verletzung von Menschen ausschließen. Um politisch wirksam werden zu können, haben wir uns in der DFG-VK zusammengeschlossen. Wir sind Teil einer weltweiten Bewegung für Frieden, Gerechtigkeit und eine menschenwürdige Zukunft.  

Selbstdarstellung DFG-VK Bayern

Mehr Informationen über die Geschichte der DFG-VK: https://dfg-vk.de/unsere-geschichte/

über die Aktivitäten der DFG-VK: www.dfg-vk.de

Die DFG-VK Bayern benutzt das zerbrochene Gewehr, Symbol der Internationale der Kriegsdienstgegner - War Resistor's International, mit dem Zusatz "die PazifistInnen"

Pazifismus praktisch - über die Arbeit der DFG-VK in Bayern

 


Kriegsdienstverweigerung

Die Beratung und Unterstützung von Kriegsdienstverweigerern sowie die politische Interessensvertretung der Verweigerer war die wichtigste Tätigkeit der DFG-VK bzw ihrer Vorläuferorganisationen.

Aktuell: Wir möchten Euch auf die neue Website „Kriegsdienstverweigerung - Unsere Geschichten“ aufmerksam machen, die wir als „Lebenshaus Schwäbische Alb – Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.“ am 15.02.2021 ins Internet gestellt haben.

www.kriegsdienstverweigerer-geschichten.de

 


Politischer Pazifismus aktuell

bedeutet aktives politisches Handeln für Abrüstung, Frieden und Gerechtigkeit mit gewaltfreien Mitteln.

Allgemeine Abrüstung ist die wichtigste Strategie des Pazifismus.

Es ist das wichtigste, unmittelbar drängende Teilziel, vom Ziel Frieden abgeleitet.

Ziel des Pazifismus: Positiver Friede

definiert durch: Gerechtigkeit, Beachtung der Menschenrechte, Beseitigung der Kriegsursachen, Durchsetzung gewaltfreier Konfliktlösung. (Frieden= Prozess)

Zunächst: Kriege verhindern

durch allgemeine Abrüstung, Stärkung des Völkerrechts, Aufbau ziviler Konfliktbearbeitung, Benennung, Bearbeitung und Beseitigung von Kriegsursachen.

Das zentrale historisch- politische Argument des Pazifismus: Kriege sind zu verhindern durch allgemeine Abrüstung und friedliche Beilegung von Streitigkeiten.

Das sollte doch jeder vernünftige Mensch begreifen!

Pragmatisch argumentiert:      Die bessere Methode um Frieden, Wohlstand, Freiheit zu sichern.

Moralisch argumentiert:           Massenmord verhindern, Recht auf Leben schützen, dadurch Menschenrechte verwirklichen.

Mittel des Pazifismus:

Gewaltfreie Methoden, die nicht im Widerspruch stehen zu den Menschenrechten:

Verweigerung aller Kriegsdienste, gewaltfreie Aktionen, politisch Handeln = politische Kampagnen organisieren; Bildungs - Aufklärungs- Informationsarbeit betreiben. Grundsatzprogramm der DFG-VK, hier zu finden: http://www.dfg-vk-bayern.de/grundsatzprogramm.html

 

Aktuelle Aufgabe des Pazifismus:

Eine Kampagne für allgemeine Abrüstung, für einseitige Abrüstung, für die Abschaffung von Militär - entwickeln und betreiben, die die Notwendigkeit und Möglichkeit der Abrüstung aufzeigt, Militär delegitimiert. Die zunächst am staatlichen Handeln orientiert ist: Was könnte geschehen wenn wir, der Pazifismus, die Politik bestimmen würde. Faktisch: Es gibt Kampagnen zu einzelnen Bereichen des Militärsystems - keine gemeinsame Abrüstungskampagne - weder in der Friedensbewegung noch in der DFG-VK (vgl bundeswehr abschaffenZukunft Sichern - Abrüsten )

 

Die politischen Rahmenbedingungen für die Gestaltung von Kampagnen müssen berücksichtigt werden:

* Politische Situation, Weltlage, aktuelle Kriege und Konflikte

* Politische Kräfteverhältnisse in der BRD

* Friedensbewegung = ihre Kräfte, Einfluß, Denkmuster, Traditionen, Rituale, Ideologien

* Einstellungen und Tendenzen in der Bevölkerung (von pazifistisch bis kriegstreibend).

Das wird reflektiert im Positionspapier der DFG-VK „Für eine Politik der Entspannung und Entmilitarisierung"

von 2013, teilweise nicht mehr aktuell.


Strategie des Pazifismus

Strategie = Zuordnung von Zielen und Mitteln

Die Fähigkeiten, Mittel  und Ressourcen der Organisation des politischen Pazifismus (DFG-VK) müssen den programmatisch begründeten Zielen zugeordnet werden. Wie stellen wir unsere Ziele dar, wie gestalten wir Kampagnen, wie benutzen wir Medien, Informations- und Werbekanäle?

Diese Fragen werden andauernd diskutiert und unterschiedlich beantwortet.

Thesen zum Zustand der DFG-VK, mit Berichten und Dokumenten zur Diskussion über Pazifismus und Gewaltfreiheit seit ca. 2009


Wie erreichen wir die Menschen, die wir für pazifistische Politik gewinnen wollen?

Thesenpapier von Klaus Stampfer zum Seminar des Landesverbandes Bayern


Zur Diskussion über Pazifismus in der DFG-VK

die auch in anderen Organisationen bzw. Gruppen der Friedensbewegung geführt wird.

PazifistInnen betrachten Antimilitarismus als Teil ihres Selbstverständnisses, während AntimilitaristInnen sich häufig vom Pazifismus distanzieren.

Antimilitarismus- Pazifismus - wo stehen wir? Diskussionspapier von Thomas Rödl und Leo Sauer, Textfassung.

Gestaltete Version zum Ausdrucken


Präsentation

Politischer Pazifismus - Referat von 2015, ergänzt 6-2019

(diese wirkt noch sehr unfertig) Schwerpunkt Völkerrecht  und Grundgesetz der BRD.

Mehr dazu: Was haben wir gelernt?


Radio Interview mit Thomas Rödl zum Pazifismus aktuell (von 2016)

http://www.dfg-vk-bayern.de/muenchen/friedensforum/161107-Lora-Pazifismus.mp3


Weitere pazifistische Organisationen:

Bund für soziale Verteidigung

hier finden sich gute Informationen zu gewaltfreien Konzepten wie "zivile Konfliktbearbeitung" und "soziale Verteidigung"


Pax Christi International

Internationale Katholische Friedensbewegung


Internationaler Versöhnungsbund

Der deutsche Zweig ist seit über 100 Jahren gewaltfrei aktiv gegen Krieg und Unrecht. Er vereint Menschen aller Generationen, die sich aus ihrem Glauben oder ihrer sonstigen inneren tiefen Überzeugung heraus für die Gewaltfreiheit einsetzen und auf unterschiedlichsten Wegen Schritte suchen, gewaltsame Strukturen zu bekämpfen und friendensfördernde zu schaffen.


Internationale Frauenlige für Frieden und Freiheit:  https://www.wilpf.de/

WILPF Women's International League for Peace and Freedom


Internationale der Kriegsdienstgegner = War resistor's International, der Internationale Dachverband, in welchem die DFG-VK Mitglied ist.


Graswurzelrevolution

Die anarchistische Zeitung Graswurzelrevolution bemüht sich seit 1972, Theorie und Praxis der gewaltfreien Revolution zu verbreitern und weiterzuentwickeln.


Pazifismus Aktuell


Konstantin Wecker:

Die entwaffnende Zärtlichkeit des Pazifismus

Münchner Abendzeitung vom 14. - 15. 11. 2020

Naiv ist, wer Frieden will? von Konstantin Wecker ,  aus der Wochenzeitung "der Freitag" v. 2.4.2015

Widerrede! Deutschland gibt pro Jahr über 30 Milliarden Euro für Militär aus, aber nur 29 Millionen für den Friedensdienst – das sagt alles.

der ganze Artikel hier


Pazifismus Exemplarisch - Broschüre

Pazifistisch motivierte Friedensarbeit konkret am Beispiel der Augsburger Friedensinitiative (AFI)

Die langjährige Friedensarbeit der AFI kann stellvertretend für die Arbeit von vielen örtlichen Friedensinitiativen stehen. Sie zeigt exemplarisch die jeweils aktuellen friedenspolitischen Themen und Aktionsformen der deutschen Friedensbewegung.

Seit 1980 werden in Augsburg die Friedenswochen durchgeführt. Mit den diesjährigen 40. Augsburger Friedenswochen ist nun das vierte Jahrzehnt der Friedensarbeit der AFI vollendet (i.e. 2019). Wie in jedem Jahrzehnt haben wir auch das vierte Jahrzehnt in einer Broschüre zusammengefasst. Sie enthält eine Einschätzung der friedenspolitischen Entwicklung der letzten 40 Jahre und behandelt die Augsburger Ostermärsche, die Friedenswochen, die Aktivitäten zum jährlichen Augsburger Friedensfest in den Jahren 2010 bis 2019 und geht auf besonders bedeutende Aktivitäten der AFI des letzten Jahrzehnts ein. Dazu gehören die Aktionen gegen die stattgefundenen und noch anhaltenden Kriege mit deutscher Beteiligung.

Die jährlichen Aktionen der AFI sind ebenfalls in dieser Broschüre aufgeführt. Nur mit Hilfe der mit uns zusammenarbeiteten Organisationen waren die vielen Veranstaltungen und Aktionen durchführbar. In der Broschüre stellen sich auch unsere Bündnispartner vor. Die Broschüre ist reich bebildert und schön gestaltet und macht politische Friedensarbeit anschaulich und greifbar.

Hier Titelblatt und Inhaltsverzeichnis.

Wir würden uns freuen, wenn die Broschüre Ihr/Dein Interesse finden würde. Die Broschüre kann zum Selbstkostenpreis von 3,00 Euro plus 1,55 Euro Versandkosten bei uns per Email an info@augsburger-friedensinitiative.de bestellt werden.

Nach der Überweisung des Betrages von 4,55 Euro auf das

AFI Sonderkonto Karl Augart,  IBAN DE73 7205 0000 0250 4419 12,  BIC AUGSDE77XXX,

Stichwort „Broschüre, Ihr Name und Adresse“  verschicken wir die Broschüre.

Mit solidarischen und friedlichen Grüßen  AFI-Arbeitsausschuß


Pazifismus exemplarisch - Artikel

über die DFG-VK Gruppe Nürnberg, gegründet als Gruppe der Deutschen Friedensgesellschaft 1904


Erfolge des Pazifismus

Die Grundgedanken des bürgerlichen Pazifismus vor dem Ersten Weltkrieg - Schiedsgericht, friedliche Streitbeilegung - sind in der Charta der Vereinten Nationen und im Konzept des Internationalen Gerichtshofs enthalten.

Es gibt eine emotional-pazifistische Strömung in Deutschland, natürlich wegen der katastrophalen Kriegsfolgen 1918 und 1945

Die Ablehnung von Krieg, eine latente Antikriegsstimmung, wenig Zustimmung, bzw. Skepsis gegenüber bis mehrheitlich Ablehnung der Kriegseinsätze der Bundeswehr.

Die Rhetorik von Verantwortung und „humanitärer Intervention“ zur Begründung der Interventionskriege ist schon ein Zugeständnis an den emotionalen Pazifismus. Ein kruder Raubkrieg ist nicht mehr gesellschaftsfähig.

Die Aktionen der DFG-VK und anderer pazifistischer Organisationen waren ein wichtiger Faktor für die Entspannungspolitik der 70er Jahre, eine Bedingung für die große Friedensbewegung der 80er Jahre, und damit ein Beitrag zur Überwindung des Kalten Krieges.

Ablehnung von Atomwaffen und Rüstungsexporten mit 80-90 % bei Umfragen - auch ein Erfolg der Informationsarbeit der pazifistischen Organisationen.

Kriegsdienstverweigerung und die Folgen: In den neunziger Jahren gab es mehr Zivildienstleistende als wehrpflichtige Soldaten bei der Bundeswehr. KDV wurde zur Selbstverständlichkeit. Der Zivildienst hat die Gesellschaft verändert: Das Bild vom „Mann“ - Männer in Pflegeberufen sind akzeptiert. Soldaten und „Helden“ sind keine Leitbilder für die Mehrheit der Gesellschaft.

Die Bundeswehr findet nicht genug Freiwillige.

Gewaltfreie Aktion als Form und Methode ist in der Öko (Klimaschutz) -Bewegung eine Selbstverständlichkeit. Gewaltfreie Proteste, unter Einschluss von Aktionen des zivilen Ungehorsams, sind zu einem selbstverständlichen Teil der Protestkultur geworden.

Auf der Grundlage der pazifistischen Arbeit und Stimmung, in der Nachwirkung der Friedensbewegung der 80er Jahre, entstanden Konzepte für einen zivilen Friedensdienst, ziviles Peace Keeping, Peace Brigades International, später Nonviolent Peace Force. Der Nährboden für den Gedanken ziviler Konfliktbearbeitung wurde bereitet.

Gewaltfreie Konfliktaustragung, gewaltfreie Umgangsformen sind gesellschaftlich anerkannt, äußern sich z.B. in Trainings in Streitschlichtung und antirassistischen Projekten in den Schulen.

Zur Einschätzung der Bedingungen für Friedensarbeit.

 

 

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