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Für Frieden, Gewaltverzicht und Völkerverständigung
Das Helmut-Michael-Vogel-Bildungswerk
der DFG-VK Bayern

Geschichte des Pazifismus

Bertha von Suttner und die Deutsche Friedensgesellschaft – eine alte und immer noch lebendige Verbindung

Beitrag von Guido Grünewald zum Seminar „Friends of Bertha“ anlässlich der Feier zum 175. Geburtstag Bertha von Suttners am 09.06.2018 in Den Haag.

Bericht über die 175- Jahre- Geburtstagsfeier in den Haag

Ein kurzer biografischer Abriss, von Cornelia Mannewitz, für die Bertha-von-Suttner-Stiftung der DFG-VK verfaßt.


Buchtipp: "Die Waffen nieder"

Herausgeg. von Guido Grünewald, aus Anlaß des Hundertjährigen Bestehens der Deutschen Friedensgesellschaft, 1992, Donat Verlag Bremen, ISBN No 3-924444-59-5

Restexemplare beim HMV- Bildungswerk erhätlich, auf Anfrage: hmv@dfg-vk.de


Beiträge zur Geschichte des Pazifismus und der Friedensbewegung, Artikel zur aktuellen Diskussion über Pazifismus und Berichte über die Arbeit einer pazifistischen Organisation:

Zivilcourage, Magazin der DFG-VK

https://www.dfg-vk.de/verbandszeitung


Seit 130 Jahren gegen den Krieg

Exemplarisch zur  Geschichte der DFG-VK, zur Arbeit von PazfistInnen damals und heute (Artikel von Jan Klauth 2016)

 


120 Jahre Deutsche Friedensgesellschaft,

Tagung am 3. Nov. 2012 in Erlangen"

Vortrag von Prof. Theodor Ebert:

Wie politikfähig ist der Pazifismus? Das Potential der gewaltfreien Aktion“

(Abschrift vom Tonträger, redaktionell bearbeitet Th. Rödl)

Fünf Wirkfaktoren der gewaltfreien Aktion:
Texte aus der "Werkstatt für gewaltfreie Aktionen", Baden:
Gewaltfrei Aktiv Nr.40 (Sept. 2011)     und   "Eingreifen in das gesellschaftliche System"

Interview mit Prof.Theodor Ebert

 "Deutsche sind als Friedensstifter prädestiniert"

Aus den Erlanger Nachrichten vom 3.11.2012


Gustav Landauer

Ein Kämpfer für Freiheit und Menschlichkeit

Ein Blick auf unsere Geschichte: Gustav Landauer wurde im April vor 150 Jahren geboren

Gustav Landauer dürfte vielen politisch und historisch interessierten Menschen durch die Münchner Räterepublik von 1919 bekannt sein. Er war gewaltfreier Anarchist, Rätesozialist, Übersetzer, Schriftsteller und Philosoph. Im Berlin ist er Ende des 19. Jahrhunderts als Agitator, Vorkämpfer für Sozialismus und Anarchismus, durch Zeitschriften, Vortragsreisen und schriftstellerische Tätigkeit in Erscheinung getreten.

Er schuf ein enormes Werk an Literatur und vor allem politischer Philosophie, das Libertäre auf der ganzen Welt beeinflusste. Denn für Landauer war die Revolution untrennbar verbunden mit einer Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen. Der werdende Mensch sollte sein revolutionäres Potenzial in Gemeinschaftsprojekten ohne Privateigentum entwickeln.

Am 7. 4. 2020 wäre sein 150. Geburtstag zu feiern gewesen. Aus diesem Anlass hat Rita Steininger eine neue Biografie vorgelegt: Gustav Landauer. Ein Kämpfer für Freiheit und Menschlichkeit.

Rita Steininger hat seine Tagebücher und die vielen Briefe ausgewertet und so gelingt ihr ein sehr persönliches und plastisches Porträt. Nicht nur Landauers literarische und politische Arbeit wird deutlich, sondern das Buch erzählt auch von seinen Freundschaften, Liebschaften, Heiraten und Vaterschaften; von seiner immer schwierigen materiellen Lage, häufigen Ortswechseln, politischer Verfolgung und Inhaftierung.

Landauer ist Pazifist

Landauer ist grundsätzlich gegen den Krieg. Am Vorabend des Ersten Weltkrieges wirbt er für einen Massenstreik zur Verhinderung des Krieges. Er bildet zusammen mit anderen Intellektuellen einen internationalen Kreis zur Einigung der Völker. 1915 wirkt er mit beim anti- annexionistischen „Bund Neues Vaterland“.

Er wird Mitverfasser des Gründungsaufrufs für eine „Zentralstelle Völkerrecht“ in Frankfurt am Main, an der auch die Deutsche Friedensgesellschaft beteiligt ist.

In einem Brief an den amerikanischen Präsidenten Thomas Woodrow Wilson formuliert Landauer Vorschläge für eine neue Friedensordnung: Es brauche eine internationale „öffentlich-rechtliche Institution, eines internationalen Kongresses, dessen Beschlüsse obligatorisch sind und erzwungen werden können“. Die Umsetzung der Friedensregelungen müßten aber „in jedem Lande durch die Energie des eignen Volkes erzwungen werden“!

Landauer in der Räterepublik

Gustav Landauer wird als ein Vordenker der Revolution von 1918 bezeichnet. Kurt Eisner hat ihn nach München gerufen. Er wurde Volksbeauftragter für Volksaufklärung, Unterricht, Wissenschaft und Künste in der kurzen Phase vom 7. bis 13. April 1919. Die Machtübernahme der anarchistischen Intellektuellen in der chaotischen Lage nach dem Ersten Weltkrieg und dem Ende der Monarchie war von vornherein zum Scheitern verurteilt. Die autoritär, katholisch und monarchistisch geprägte Bevölkerung in Bayern hatte reale andere Probleme; die Ideen von Sozialismus und Anarchismus hatten keine Massenbasis.

Gewaltfreiheit

Landauer war auch gewaltfreier Pazifist – anders als manch andere Persönlichkeiten im bürgerlichen Pazifismus vor dem Ersten Weltkrieg. „Ein Ziel lässt sich nur erreichen, wenn das Mittel schon in der Farbe dieses Zieles gefärbt ist. Nie kommt man durch Gewalt zur Gewaltlosigkeit.

Auch in den wenigen Tagen der Räterepublik ist er gegen „blutige Gewalt“ eingetreten. Damit meinte er, die Revolution dürfe sich verteidigen, sollte aber nicht von sich aus mit blutiger Gewalt gegen andere vorgehen.

Tragischerweise wurde er am 2. 5. 1919 von einer aufgeheizten Soldateska auf besonders brutale Art erschossen und erschlagen.

Landauer hat sich trotz vieler Schicksalsschläge mit aller Kraft für die Freiheit des Individuums und für ein humanes Miteinander eingesetzt. „In diesem unbeirrbaren Engagement kann er uns noch heute ein Vorbild sein.“

Rita Steininger: Gustav Landauer - ein Kämpfer für Freiheit und Menschlichkeit. Volk Verlag, München 2020

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