Infobriefe zur Information über die Arbeit des Bildungswerkes
Infobrief Januar 2026
Liebe Freundinnen und Freunde, Mitglieder,
FörderInnen und UnterstützerInnen des
Helmut-Michael-Vogel Bildungswerkes
Die scheibchenweise Wiedereinführung der Wehrpflicht beschäftigt seit einigen Monaten die aktiven Freundinnen und Freunde in der DFG-VK. Die Beratung für anfragende Kriegsdienstverweigerer wird meist per E-Mail organisiert. Monatlich finden Schulungen für neue BeraterInnen statt, wo sich auch viele neue Kräfte beteiligen.
Die massenhafte Kriegsdienstverweigerung ist aus pazifistischer Sicht die richtige und notwendige Antwort auf die Kriegtsvorbereitung. Statt wie vor Zeiten behauptet: „Wir müssen durch Abschreckung den Krieg verhindern!“ wird jetzt die Kriegstüchtigkeit propagiert.
Viele junge Menschen sind jetzt unmittelbar mit der Frage konfrontiert, wie sie sich der drohenden Wehrpflicht gegenüber verhalten sollen.
Die Arbeit des Helmut-Michael-Vogel Bildungswerkes greift die aktuellen Themen auf, z.B. das Thema Kriegsdienstverweigerung international in der soeben stattgefundenen Münchner Friedenskonferenz. Einen Kurzbericht findet Ihr auf der zweiten Seite.
Auch in diesem Jahr wurden der Friedenskonferenz im Vorfeld antisemitische Tendenzen unterstellt. Mit dem Salesianum konnte ein Veranstaltungsort gefunden werden, dessen Betreiber die Meinungsfreiheit obenan stellen.
Beim Podium am Samstag der Friedenskonferenz konnte sachlich und unpolemisch über Sanktionen und Boykotte diskutiert werden. Davon könnt Ihr Euch überzeugen, wenn Ihr die Videoaufzeichnungen anseht. Diese sind zu finden auf www.friedenskonferenz.info
An dieser Stelle geht mein Dank an alle ehrenamtlichen MitarbeiterInnen im Team der Friedenskonferenz, an alle stillen HelferInnen, die im Hintergrund wirken; und natürlich an alle SpenderInnen, die die Arbeit des Bildungswerkes ermöglichen.
Mit Friedensgrüßen Thomas Rödl, Geschäftsführer
Bericht über die Internationale Münchner Friedenskonferenz 2026
„Gegen den Strom der Gewalt“ | 13.–15. Februar 2026
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
dank Ihrer Spenden konnte die Internationale Münchner Friedenskonferenz auch 2026 wieder als zivilgesellschaftliche Alternative zur sicherheitspolitischen Logik der MSC stattfinden. Drei Tage lang stand München im Zeichen gewaltfreier Perspektiven: kritisch, international und mutig.
Freitag: „I Refuse“ – Kriegsdienstverweigerung als Widerstand
Der erste Abend widmete sich der
Wehr- und Kriegsdienstverweigerung.
Junge Aktivist:innen aus Israel, Russland, der Ukraine berichteten eindrucksvoll von persönlichen Konsequenzen ihres Widerstands. Diskutiert wurde auch die geringe Anerkennung russischer Kriegsdienstverweigerer im deutschen Asylsystem. Der Abend machte deutlich: Kriegsdienstverweigerung ist kein individuelles Randphänomen, sondern eine politische Haltung.
Das Thema am Samstag war: Zeit zu reden: Sanktionen, Boykotte und zivile Verantwortung
Unter der Moderation von Kristin Helberg diskutierten Deborah Feldman, Dr. Shir Hever, Khaled El Mahmoud und Prof. Isabel Feichtner über gewaltfreie Mittel zur Durchsetzung des Völkerrechts. Als Beispiele wurden unter anderem die BDS-Kampagne sowie die MeToo-Bewegung genannt, die globale Aufmerksamkeit dort erzeugten, wo Justizsysteme versagten.
Workshops & Matinee
Die interaktiven Workshops am Samstag boten Raum für vertiefende Auseinandersetzung: Ein Workshop analysierte Strukturen der deutschen Rüstungsindustrie, ein weiterer arbeitete mit Methoden des Theaters der Unterdrückten.
Den Abschluss bildete die Sonntagsmatinee mit Fabian Scheidler. In Vortrag, Diskussion und Lesung aus dem Buch „Friedenstüchtigkeit“
Darin zeigt er Perspektiven auf, wie Gesellschaften aus der sich selbst verstärkenden Logik der Feindbilder ausbrechen können.
Wirkung und Öffentlichkeit
Die Veranstaltungen waren an allen Tagen sehr gut besucht. Die Mainstream-Presse ignorierte die Konferenz weitgehend, umso wichtiger sind unabhängige Medien und Diskussionsräume wie die Friedenskonferenz.
Aufzeichnungen und ausgewählte Berichterstattung finden Sie auf unserer Homepage: https://friedenskonferenz.info/
Ohne Ihre Unterstützung wäre diese Konferenz nicht möglich gewesen.
Friedenstüchtigkeit entsteht nicht von selbst. Sie braucht Räume, Bildung, internationale Stimmen und zivilgesellschaftliches Engagement und Menschen, die dies ermöglichen.
Dafür danken wir Ihnen von Herzen!
Mit solidarischen Grüßen, Maria R. Feckl, Projektleiterin der Internationalen Münchner Friedenskonferenz
Liebe Freundinnen und Freunde!
Schaffung einer Arbeitsstelle Grafenwöhr.
In den kommenden Monaten sollen auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der Oberpfalz neue Mittelstreckenwaffensysteme stationiert werden. Diese Waffensysteme werden von vielen Experten als erstschlagsfähig und damit als extrem gefährlich betrachtet.
Die Organisation einer bescheidenen Kundgebung in Grafenwöhr im vergangenen September war ein großer Kraftakt für alle ehrenamtlichen FriedensaktivistInnen. Nach meiner Einschätzung kommen wir mit den vorhandenen Kräften nicht weiter. Die Information der Bevölkerung in der Nordoberpfalz muss noch intensiver werden! Viele gute Ideen für Informations- und Öffentlichkeitsarbeit wurden im Trägerkreis Grafenwöhr besprochen, konnten aber mangels Arbeitskapazität nicht realisiert werden. Daher hat die DFG-VK Bayern zusammen mit dem HMV- Bildungswerk eine Spendenkampagne gestartet, um eine Arbeitsstelle Grafenwöhr finanzieren zu können. Dafür wurde ein freier Mitarbeiter in der Region gefunden, der bereits in Linken und antifaschistischen Zusammenhängen aktiv war. Seine Aufgabe ist die Vermittlung der Problematik der Stationierung dieser Erstschlagswaffen, mit Informationsveranstaltungen, über social Media und Internet.
Wir bitten weiterhin um Spenden, einmalig oder regelmäßig, Stichwort Grafenwöhr, an das HMV-Bildungswerk.
Helmut-Michael-Vogel- Bildungswerk e.V.
Am 30.5. 2026 wird wieder eine Kundgebung gegen die Stationierung der Mittelstreckenwaffen in Grafenwöhr, und zeitgleich in Wiesbaden (dort ist die Kommandoeinheit für die Raketen) stattfinden.
Viele Infos zum Thema: www.keine-raketen-nach-grafenwoehr.de
Infobrief Januar 2025
gestaltete Version, zusammen mit Spendenbescheinigungen verschickt.
Aus dem Infobrief:
Liebe Freundinnen und Freunde,
Leben wir nicht in verrückten Zeiten? Der Papst in Rom warnt vor dem Dritten Weltkrieg, der neue Chef in Washington will eben mal Grönland annektieren und der Bundeskanzler will neue US-amerikanische, weitreichende Mittelstreckenraketen in Deutschland stationieren. Derweil geht das Gemetzel auf den Schlachtfeldern weiter, wovon der Donbass und der Gaza Streifen nur die bekanntesten Schauplätze sind. Wie schon immer werden die PazifistInnen als Agenten des jeweiligen Feindes diffamiert; im besonderen Falle des Krieges in Palästina, werden KritikerInnen der militaristischen Politik des israelischen Staates sehr schnell auch als AntisemitInnen bezeichnet. Wer trotzdem für Frieden und Gewaltfreiheit eintritt, muss sich gegen den eisigen Wind der KriegstreiberInnen in Politik und Medien stemmen.
So hat im vergangenen Jahr 2024 die Streichung des Zuschusses der Stadt München (und daraufhin weiterer ZuschussgeberInnen) für die internationale Friedenskonferenz viel Kraft und Energie gekostet. Nach unserem unüberhörbaren Protest und Aufruf um Solidarität erhielten wir ca. 25 000 € an Spenden! Das hat uns wirklich überwältigt! So konnten wir die Konferenz 2024 wie geplant durchführen. Darüber hinaus können wir die Kosten für die Gerichtsverfahren, gegen den Bescheid des Kulturreferats der Stadt München, und gegen die Verunglimpfung der Friedenskonferenz durch die Grüne Stadtratsfraktion, stemmen. So konnten wir auch optimistisch und mit einem gewissen finanziellen Polster die Planung der Internationalen Friedenskonferenz 2025 angehen.
Auszug aus dem Programm der Friedenskonferenz nebenstehend. Weitere und aktuelle Infos auf der Internetseite www.friedenskonferenz.info .
Erfreulicherweise ruht die Arbeit des Bildungswerkes zwischenzeitlich auf vielen SchulterInnen. Daher geht an dieser Stelle mein Dank an Maria Feckl, Projektleiterin der Friedenskonferenz, an alle ehrenamtlichen MitarbeiterInnen im Team der Friedenskonferenz, an Julian Mühlfellner der die friedenspolitische Tagung organisiert hat (Bericht umseitig), an Johanna Pfeffer und Franziska Meier, die die Friedenscafes organisiert und gestaltet haben, an alle stillen HelferInnen, die im Hintergrund wirken; und natürlich an alle SpenderInnen, die die Arbeit des Bildungswerkes ermöglichen.
Mit Friedensgrüßen
Thomas Rödl, Geschäftsführer, Julian Mühlfellner, Projektmitarbeiter
Infobrief Januar 2024
hier die gestaltete und zusammen mit den Spendenbescheinigungen verschickte Version
An Freundinnen und Freunde, Mitglieder, FörderInnen und UnterstützerInnen des Helmut-Michael-Vogel Bildungswerks
Auf Beschluss der Mitgliederversammlung wurde letztes Jahr der Name des HMV-Bildungswerks vereinfacht und verkürzt (siehe Kopfzeile). Derweil wird unsere Arbeit immer schwieriger. Schon seit dem Angriff Russlands gegen die Ukraine war das politische Klima für die Friedensarbeit schlecht; hinzu kamen 2023 der Terroranschlag der Hamas auf Israel und der darauffolgende Krieg Israels gegen die Hamas und die palästinensische Bevölkerung des Gazastreifens.
Die Widersprüche des Umgangs der deutschen Bundesregierung mit diesen Kriegen sind ebenso unübersehbar, wie sie für das Gros der deutschen Medien und Politik unsagbar sind. Diese Spannung ist zugleich Hindernis und Chance für die Friedensarbeit.
Ein Hindernis ist sie deshalb, weil sie unseren Handlungsspielraum einschränkt: Unsere Positionen werden in herkömmlichen Medien entweder karikiert oder ignoriert und Kommunen versuchen, Veranstaltungen zu unterbinden, die ernsthafte Kritik an der israelischen Regierung beinhalten.
Die Chance besteht darin, dass die Spannung zwischen Unübersehbarem und Unsagbarem die bellizistische Politik und Meinungsmache diskreditiert. Ein Beispiel: Außenministerin Baerbock nennt den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine wiederholt einen “Vernichtungskrieg”. Allerdings kommt das israelische Vorgehen im Gazastreifen in jeder denkbaren Hinsicht einem Vernichtungskrieg näher, als der Krieg in der Ukraine – doch in diesem Kontext ist der Begriff „Vernichtungskrieg“ für sie unsagbar. Diese Widersprüche bleiben nicht unbemerkt – und darin liegt die Chance für die Friedensarbeit des HMV-Bildungswerks. Wir werden auch 2024 alles daransetzen, zu zeigen, dass nur gewaltfreie Konfliktbearbeitung zu einer besseren Zukunft führen kann – in der Ukraine, in Israel/Palästina, überall.
Ein herzliches Dankeschön an alle FörderInnen und SpenderInnen, die die Projekte des Bildungswerks ermöglichen! (SpenderInnen erhalten gleichzeitig ihre Spendenbescheinigung.)
Mit Friedensgrüßen, Julian Mühlfellner (Projektmitarbeiter für politische Bildung)
alles zur Friedenskonferenz 2024: www.friedenskonferenz.info
Wohin treibt die Welt?
Diesen Titel hatten wir für die friedenspolitische Tagung gefunden, die das Bildungswerk konzipiert und organisiert hat (in Zusammenarbeit mit der DFG-VK Bayern und attac Würzburg). Die Tagung am 14.10.2023 in Nürnberg war mit 65 TeilnehmerInnen sehr gut besucht, Inhalte und ReferentInnen wurden sehr gelobt. Ein ausführlicher Bericht mit links auf die Videoaufzeichnungen der Vorträge findet sich auf der Seite der DFG-VK Bayern: https://dfg-vk-bayern.de/bericht-friedenspolitische-tagung-2023-in-nuernberg/ (Zusammenstellung Julian Mühlfellner)
Das Faltblatt „Bombenstimmung“ Kalter Krieg – Heisser Krieg- Atomkrieg.
Wurde von Thomas Rödl im letzten Jahr komplett überarbeitet und erweitert. Einerseits wird die Gefahr einer Eskalation des Krieges zum Atomkrieg dargestellt, andererseits werden auch konkret mögliche Schritte zu politischen Lösungen und zur Entmilitarisierung und Abrüstung aufgeführt.
Das Faltblatt zum Ansehen: https://www.no-militar.org/pdfs/Bombenstimmung-neu-2023-5tlg-E3-print.pdf?_t=1686057303 Aus der Beschäftigung mit dem Thema und auf der Grundlage von Präsentationen und Referaten folgte auch der Vortrag mit Präsentation am 22.11. 2023 im Rahmen einer Veranstaltung der Münchner Friedenswochen. (Das Bildmaterial dieser Präsentation bedarf noch der Nachbearbeitung, daher noch nicht online.) Video vom 22.11. 23 https://youtu.be/XOXWASRu-4A
Zur Einschätzung des Ukraine-Krieges und seiner Vorgeschichte hat er Texte und Dokumente auf der Seite von „Zukunft sichern – abrüsten“ platziert https://www.no-militar.org/index.php?ID=49
Soziale Verteidigung:
Aus dem Projekt „Soziale Verteidigung im Schulunterricht“, das im letzten HMV-Infobrief angekündigt wurde, ist bisher ein Vortrag entstanden, den Julian Mühlfellner am Antikriegstag 2023 in Ingolstadt und auf der Friedenspolitischen Tagung 2023 in Nürnberg präsentiert hat. Der Vortrag umfasst die Grundlagen der Sozialen Verteidigung sowie aktuelle Bezüge zum Ukraine-Krieg und ist auf Anfrage verfügbar.
Ausblick auf kommende Projekte:
Neben unseren bewährten Formaten (Friedenskonferenz, Friedenspolitische Tagung im Herbst) arbeiten wir 2024 an einigen neuen Projekten, die unseren Kreis an Kooperationspartnern und unser Publikum erweitern sollen. So spricht Geschäftsführer Thomas Rödl beispielsweise auf der Konferenz „WAR UNMASKED“ des Kollektivs AK49 (Samstag, 28. Januar 2024, 14:30 Uhr, Müllerstr. 2, 80429 München). Des Weiteren werden wir zusammen mit der DFG-VK Bayern wieder Friedenscafés veranstalten und in Kooperation mit der GEW Bayern ein Tagesseminar für Lehrkräfte und Pädagogen.
Infobrief Januar 2023
hier die gestaltete und verschickte Version
An Freundinnen und Freunde, Mitglieder, FörderInnen und UnterstützerInnen des Helmut-Michael-Vogel Bildungswerkes,
Der Krieg in der Ukraine dauert nun fast ein Jahr. Alle Warnungen vor Konfrontation und Aufrüstung, alle Appelle für Entspannung und Interessensausgleich sind verhallt. Wir verurteilen den russischen Angriff und sprechen uns gleichzeitig gegen Waffenlieferungen aus, die den Krieg nur verlängern. Die Ukraine sollte ihre Souveränität mit zivilen, politischen und gewaltfreien Mitteln verteidigen. Damit habe ich schon die wichtigen Themen angesprochen, die wir im vergangenen Jahr aufgegriffen haben.
Kurzfristig haben wir ein Online-Seminar (modern: webinar) zum Konzept der sozialen Verteidigung veranstaltet, zusammen mit dem Friedensmuseum und dem Bund für soziale Verteidigung, mit Christine Schweitzer als Referentin. (Im Juni 2022 - zu finden auf der Internetseite des Bildungswerks unter „aktuelle Termine“)
Für PazifistInnen gehört das Konzept der Sozialen Verteidigung zum festen Bestandteil unserer Argumentation für Abrüstung. Auch ohne Waffen sind wir nicht wehrlos, wenn wir uns an den Gedanken gewöhnen, nicht ein Territorium zu verteidigen, sondern unsere demokratischen Strukturen und unsere Lebensweise. Daher haben wir im April ein Infomaterial zur sozialen Verteidigung erarbeitet mit dem aktuellen Bezug zum Krieg in der Ukraine.
(Auf der Internetseite der DFG-VK Bayern zu finden unter „Themensammlung Ukraine-Krieg“)
Die letzte Mitgliederversammlung des Bildungswerkes hat den langjährigen Vorsitzenden, Harald Will, verabschiedet und Johanna Pfeffer zur Vorsitzenden gewählt. Sie ist gelernte Rechtsanwältin und in der Flüchtlingsarbeit tätig. Stellvertreter ist jetzt Werner Mesnaric. Geschäftsführer ist weiterhin, aber jetzt ehrenamtlich, Thomas Rödl.
Ein herzliches Dankeschön an alle FörderInnen und SpenderInnen, die die nachfolgend aufgeführten Projekte des Bildungswerkes – und noch vieles mehr – ermöglichen!
(SpenderInnen erhalten gleichzeitig ihre Spendenbescheinigung)
Mit Friedensgrüßen, Thomas Rödl, Geschäftsführer
Alle Infos zur Münchner Friedenskonferenz 17.-19.2. 2023:
Neues HMV-Projekt: „Gewaltfreie Konfliktbearbeitung im Schulunterricht“
Jugendbildung wurde im HMV-Bildungswerks letzter Zeit leider vernachlässigt. Ziel des neuen Projekts „Gewaltfreie Konfliktbearbeitung im Schulunterricht“ ist es, ein pädagogisch fundiertes Konzept für eine Unterrichtseinheit zum Thema „gewaltfreie Konfliktbearbeitung“, mit Schwerpunkt auf dem Konzept der Sozialen Verteidigung, zu erstellen.
Wir nehmen, an dass durch den verheerenden Krieg in der Ukraine Intreresse am Thema entsteht. Dafür müssen entsprechende Unterrichtsmaterialien erarbeitet und Kooperationen mit LehrerInnen geknüpft werden. Zu diesem Zweck wird eine Praktikumsstelle für LehramtsstudentInnen (und ähnliche Fächer) ausgeschrieben. So soll Jugendbildung wieder zu einem zentralen Tätigkeitsfeld für das HMV-Bildungswerk werden.
(Projektbearbeitung: Julian Mühlfellner)
Der Ukraine-Krieg: Eine Zwischenbilanz. Die Interessen am Krieg und die Bilder vom Krieg
Am 15. Oktober 2022 veranstaltete die DFG-VK Bayern zusammen mit dem Helmut-Michael-Vogel-Bildungswerk und attac Würzburg eine Tagung in Nürnberg unter diesem Titel.
Als ReferentInnen waren Peter Wahl, Gründungsmitglied von WEED e.V. und attac Deutschland, Dr. Sabine Schiffer, Medienwissenschaftlerin und Leiterin des Instituts für Medienverantwortung, eingeladen. Zu Beginn gab es ein Einführungsreferat von Thomas Rödl, Geschäftsführer des HMV-Bildungswerks.
Darin erläuterte er die Haltung der VeranstalterInnen zum Ukraine-Krieg: Sie verurteilen den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und bedauern die Opfer auf allen Seiten. Die Souveränität der Ukraine ist aber aus ihrer Sicht am besten mit zivilen, gewaltfreien und politischen Mitteln zu verteidigen.
Thomas Rödl verwies auf wesentliche Ursachen des Krieges, die Expansion der NATO ohne Rücksicht auf Russland, aber auch auf die innerukrainische Konflikte. Er warnt vor einer Eskalation zum Atomkrieg und skizzierte den Umgang deutscher Medien mit dem Krieg.
Im ersten Hauptreferat analysierte Peter Wahl die Interessen der Kriegsparteien vor und während des Krieges. Seine Analyse beruht dabei auf der Annahme, dass das zentrale Regulationsprinzip in den internationalen Beziehungen die machtpolitischen Kräfteverhältnisse sind (in anderen Worten: Es gilt das Recht des Stärkeren).
Laut Peter Wahl kann der Ukraine-Krieg als ein Symptom des machtpolitischen Wandels von einer unipolaren zu einer multipolaren Welt verstanden werden. Während die USA weiterhin bestreben, die Entstehung eines Hegemons in Eurasien zu unterbinden, sieht Russland sich bedroht und in seiner Machtausübung eingeengt. Deutschland und die EU haben andere Interessen als die USA, während die Ukraine versucht, sich von Russland abzukoppeln. Er sieht das Element des Stellvertreterkrieges zwischen NATO und Russland in der Ukraine inzwischen als „stärksten Motor des Krieges“.
Im zweiten Hauptreferat „Die Bilder vom Krieg“
erläuterte Sabine Schiffer, dass die Medienberichterstattung über den Ukraine-Krieg von einem Paradox geprägt sei: Während in Berichten über das Kriegsgeschehen oft darauf hingewiesen wird, dass das Berichtete nicht unabhängig verifiziert werden konnte – ein Fortschritt Richtung Transparenz – wird die Öffentlichkeit gleichzeitig mit Bildern aus dem Krieg überschwemmt, die vermeintlich objektive Schlüsse über das Geschehen zulassen.
Weiterhin wird die Berichterstattung von allen Seiten durch „strategische Kommunikation“ beeinflusst, ein moderner Begriff für Propaganda, derer man sich als MedienkonsumentIn bewusst sein sollte. Sprachregelungen, wie z.B. „regelbasierte Weltordnung“, müssen daher in den machtpolitischen Zusammenhang gestellt werden, um die Absicht dahinter zu verstehen.
Sabine Schiffer ermutigt die Teilnehmenden, ihre eigenen Schwerpunkte zu setzen und auf provokante Botschaften in den Medien zu reagieren.
In der Arbeitsgruppe
„Der Ukraine-Krieg und die atomare Abschreckung“
referierte Thomas Rödl über die Modernisierung der Atomwaffen der USA und Russlands. Diese betrifft dabei auf beiden Seiten sowohl Angriffswaffen als auch Verteidigungssysteme.
Der USA gehe es bei der Modernisierung um die Überwindung des Prinzips „Mutual Assured Destruction“ und somit um die Überwindung der „Abschreckung“, wie sie bisher verstanden wurde. Russland hingegen ist bestrebt, die Zweitschlagsfähigkeit aufrechtzuerhalten.
Thomas Rödl plädiert für eine Rückkehr zum ABM-Vertrag sowie für ein Moratorium bei allen Modernisierungsmaßnahmen während der notwendigen Verhandlungen zu einem neuen START-Vertrag.
Die Tagung war mit ca. 50 BesucherInnen sehr gut besucht und die Themen und die Arbeitsstruktur wurden vielfach gelobt. Alle Referate wurden aufgezeichnet und werden jetzt auf dem YouTube Kanal der DFG-VK Bayern auch häufig angesehen. Alle Beiträge bzw. Präsentationen finden sich auf der Seite des HMV- Bildungswerkes unter „aktuelle Termine“. http://www.h-m-v-bildungswerk.de/index.php?ID=3
Und hier finden sich auch die links auf die Videoaufzeichnungen aller Referate:
https://dfg-vk-bayern.de/der-ukraine-krieg-eine-zwischenbilanz/
Die erfolgreiche Tagung hat uns motiviert, auch in diesem Jahr wieder eine friedenspolitische Tagung zu organisieren.
Infobrief Januar 2022
An Freundinnen und Freunde, Mitglieder, Förderer und UnterstützerInnen des Helmut-Michael-Vogel Bildungswerkes,
hiermit möchte ich Euch / Sie über die Projekte des Bildungswerkes und über die neuesten Entwicklungen informieren. Diesen Infobrief gibt es auch online auf der Internetseite des Bildungswerkes, dort ist es dann einfacher, die vielen im folgenden angegebenen Links zu benutzen. Ein herzliches Dankeschön an alle FörderInnen und SpenderInnen, die die nachfolgend aufgeführten Projekte des Bildungswerkes – und noch vieles mehr – ermöglichen!
(SpenderInnen erhalten gleichzeitig ihre Spendenbescheinigung)
Mit Friedensgrüßen, Thomas Rödl, Geschäftsführer
Internationale Münchner Friedenskonferenz 18.-19. Februar 2022
Erfreulicherweise kann die Internationale Münchner Friedenskonferenz wieder im Alten Rathaus der Landeshauptstadt München stattfinden. Wegen der Pandemie-Situation ist die Zahl der TeilnehmerInnen auf 60 begrenzt. Die Übertragung der Konferenz Live ins Internet bedeutet zusätzlichen Aufwand – auf der anderen Seite fehlen uns Eintrittsgeldern und Barspenden. Beide Abende werden im alten Rathaus stattfinden, die lange geplante Kooperation mit den Münchner Kammerspielen hat sich nicht zuletzt wegen der Pandemielage nicht umsetzen lassen. Projektleiterin ist wieder Maria Feckl. Neu im Trägerkreis der Friedenskonferenz sind jetzt die IPPNW (Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges) und Greenpeace Deutschland e.V. Alle aktuellen Infos auf der neu gestalteten Homepage www.friedenskonferenz.info
Entspannungspolitik oder Konfrontation mit Russland?
Das war der Titel der Tagung, die vom HMV Bildungswerk in Zusammenarbeit mit der DFG-VK Bayern und dem Friedensmuseum Nürnberg, veranstaltet wurde. Hauptreferent war Andreas Zumach, Journalist und Friedensaktivist. Er erläuterte kenntnisreich und mit vielen persönlichen Anekdoten garniert, die Vorgeschichte der aktuellen Konfrontation zwischen den Staaten der NATO und Russland. Statt ein System der gemeinsamen Sicherheit in Europa aufzubauen, haben sich die führenden Staaten der NATO entschieden, ihren militärischen Machtblock über ganz Osteuropa auszudehnen. Diese Vorgeschichte ignorierend, beginnt für viele Kommentatoren und PolitikerInnen die Geschichte erst mit der Annexion der Krim 2014.
Über 40 TeilnehmerInnen waren am 2.10.2021 im großen Saal des Nachbarschaftshauses Gostenhof in Nürnberg versammelt und ein Dutzend weitere über Internet dabei. Die Videoaufzeichnung wurde über 300 Mal angesehen.
Ein Videomitschnitt des Vortrages, Impulsreferate und Materialien aus den drei Arbeitsgruppen, ergänzt mit Hinweisen auf weitere Quellen finden sich auf der Internetseite des Bildungswerkes.
http://www.h-m-v-bildungswerk.de/index.php?ID=25
Eine Fülle von Material, genug um sich ein verregnetes und veranstaltungsfreies Pandemie-Wochenende lang damit zu beschäftigen.
Pazifismus im Internet
Auf der Internetseite des HMV-Bildungswerkes gibt es inzwischen eine Reihe von Texten und Artikeln zur Geschichte und Gegenwart des Pazifismus. In der Verbandszeitschrift der DFG-VK gab es im vergangenen Jahr eine kontroverse über Pfarrer Martin Niemöller, Präsident der DFG-VK bei ihrer Gründung 1974. (siehe https://www.dfg-vk-bayern.de/pdf/PAX%20AN-1-21-digital.pdf ) Diese Debatte hat mich motiviert, einen Kurzen Abriss über die Geschichte der Friedensbewegung, den ich im Jahr 1995 verfasst hatte, redaktionell durchzuarbeiten und endlich Internetfähig zu machen. „Wieviel Frieden darfs denn sein? Die Geschichte der Friedensbewegung in sechs Kapiteln“, (bezieht sich auf Westdeutschland ab 1950 ca.) ergänzt mit aktuellen Anmerkungen und Quellenangaben.
http://www.h-m-v-bildungswerk.de/pdf/50%20jahre%20Friedensbewegung%20TR-red-2021.pdf
Das Vorhaben, eine verständliche und gut strukturierte Einführung zum politischen Pazifismus zu erarbeiten, wird jetzt von der Bertha-von-Suttner-Stiftung der DFG-VK unterstützt und in diesem Jahr mit Vorrang umgesetzt. http://www.h-m-v-bildungswerk.de/index.php?ID=22
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Januar 2021
An Freundinnen und Freunde, Mitglieder, Förderer und UnterstützerInnen des Helmut-Michael-Vogel Bildungswerkes,
hiermit möchte ich Euch / Sie über die Arbeit des Bildungswerkes informieren.
(SpenderInnen erhalten gleichzeitig ihre Spendenbescheinigung)
Ausnahmesituation
Das Jahr der Pandemie 2020 hat unsere Arbeit massiv verändert. Viele öffentliche Aktionen und Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Teilweise konnten sie als Veranstaltungen über Kanäle im Internet angeboten werden. Damit betreten wir teilweise für uns technisches Neuland. Internet, Youtube, facebook und andere Medien sind für die jüngere Generation selbstverständlich, ältere müssen sich mit der neuen Technik erst vertraut machen. Der Wandel weg von traditionellen Angeboten, wie z.B. Faltblätter oder Diskussionsveranstaltungen, hin zu digitalen Angeboten, war aber schon länger im Gange. Hier habe ich die Veränderung der Arbeitsweisen und Projekte genauer beschrieben. http://www.h-m-v-bildungswerk.de/index.php?ID=6
Die nukleare Teilhabe
Aus dem Projekt „Kalter Krieg – Neues Wettrüsten“ ist in der pandemiebedingten Zwangspause eine kurze und prägnante Denkschrift entstanden. http://www.no-militar.org/index.php?ID=23 Hier ist der gesamte Text zu finden, sowohl gestaltet und als Mini-Broschüre ausdruckbar, als auch als Fließtext mit den umfangreichen Anmerkungen direkt verlinkt.
Aus dieser Arbeit entstand auch eine weitergehende Argumentationshilfe zur sogenannten nuklearen Teilhabe. Die üblichen Argumente der Sicherheitspolitik werden dialogisch den kritischen Einwänden gegenübergestellt. Hier sind auch die Briefe von CSU- Abgeordneten dokumentiert, die auf ein Anschreiben der DFG-VK Bayern reagiert haben und begründen, warum sie an der atomaren Abschreckung festhalten. http://www.no-militar.org/index.php?ID=35
Die nukleare Teilhabe ist durch die politischen Vorgänge im vergangenen Jahr wieder in den Medien diskutiert worden. Die Bundeswehr will neue Kampfbomber (F18) beschaffen, um auch in Zukunft die modernisierten US-Atombomben ins Ziel fliegen zu können. Auf der Grundlage dieser inhaltlichen Arbeit konnte ich dann auch einen fundierten Redebeitrag bei der Hiroshima-Gedenkkundgebung am 6.8. 2020 in München halten.
Infomaterial digital
Diese Rede ist auf youtube zu finden, ergänzt mit der Abschrift meiner Rede, untermauert durch Bildmaterial und Quellenangaben. https://www.youtube.com/watch?v=pLQUEX6VPuw&t=613s
Damit haben wir nicht nur einen Videofilm mit einem Redebeitrag, sondern ein digitales Informationsmaterial erstellt. Wer diesen Vortrag sieht, kann sich mit der ganzen Denkschrift und den Quellen befassen. An dieser Stelle danke für die massive ehrenamtliche technische Unterstützung.
Nach dem gleichen Strickmuster wurde aus meinem Redebetrag zur Kundgebung „Abrüsten statt Aufrüsten“ ein Informationsmaterial im Internet. Inhaltlich habe ich eine Reihe von Aufrüstungsprojekten der Bundeswehr vorgestellt und als offensiv bewertet. Als Text und Bildgeschichte im pax an 1/20 vorgestellt.
http://www.dfg-vk-bayern.de/pdf/PAX-AN/PAX%20AN-1-20-digital-web.pdf S. 8 ff
Video: https://www.youtube.com/watch?v=XAYkvbJQbX4&t=42s
Weitere Online-Vorträge werden entstehen, die mit Anschauungsmaterial unterfüttert sind und mit links auf die inhaltlichen Internetseiten verweisen.
Pazifismus im Internet
Auf der Internetseite des HMV-Bildungswerkes habe ich in den letzten Monaten die Texte für die friedenspolitische Bildungsarbeit ergänzt und strukturiert. Einige Texte zur Vorstellung des Pazifismus habe ich ergänzt und eine eigene Abteilung erstellt. Hier finden sich historische und aktuelle Beiträge zur Vorstellung der Grundgedanken und der Praxis des Pazifismus. Dabei ist mir wieder aufgefallen, dass es im Internet viele kritische Aussagen gegen den Pazifismus gibt, aber keine populäre positive Vorstellung. Daher entstand das Vorhaben, eine verständliche und gut strukturierte Einführung zum politischen Pazifismus zu erarbeiten.
http://www.h-m-v-bildungswerk.de/index.php?ID=22
Wir trauern um Heinrich Häberlein, Gründungsmitglied und lange Jahre im Vorstand des Bildungswerkes. Nachruf hier: http://www.h-m-v-bildungswerk.de/index.php?ID=6